So lagern Sie Kolloidales Silber richtig
Mit wenigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Produktqualität von Kolloidalem Silber möglichst lange erhalten. Entscheidend sind vor allem ein geeigneter Lagerort, der Schutz vor Licht und extremen Temperaturen sowie eine hygienische Handhabung.
Die wichtigsten Lagerbedingungen
Für eine sachgerechte Lagerung sollten einige grundlegende Punkte beachtet werden:
- kühl und trocken lagern
- direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
- möglichst konstante Raumtemperatur zwischen etwa 15 °C und 25 °C einhalten
- vor Frost und starker Hitze schützen
- die Flasche nach jeder Entnahme sofort wieder fest verschließen
- ausschließlich im Originalbehälter aufbewahren
- den Inhalt nicht mit Fremdstoffen, Leitungswasser oder Speichel verunreinigen
- vorsorglich nicht unmittelbar neben leistungsstarken Magneten oder Geräten mit starken elektromagnetischen Feldern lagern
Ein wissenschaftlich gesicherter Einfluss starker Magnetfelder oder elektromagnetischer Felder auf die Stabilität von Kolloidalem Silber konnte bislang jedoch nicht eindeutig nachgewiesen werden.
Muss Kolloidales Silber im Kühlschrank gelagert werden?
Nein! Eine Lagerung im Kühlschrank ist in der Regel nicht esinnvoll. Ein trockener, lichtgeschützter Ort bei möglichst konstanter Raumtemperatur ist für die Lagerung normalerweise ausreichend.
Häufige Temperaturwechsel beim Herausnehmen aus dem Kühlschrank können zudem zur Bildung von Kondenswasser führen. Dadurch besteht das Risiko, dass das hochreine Wasser der Dispersion verdünnt oder durch Fremdstoffe verunreinigt wird.
Warum geben manche Hersteller eine Haltbarkeit von 8 Monaten an?
Die Mindesthaltbarkeit eines Produkts wird nicht gesetzlich einheitlich vorgegeben, sondern vom jeweiligen Hersteller auf Grundlage seiner Qualitätsanforderungen und Stabilitätsbewertungen festgelegt.
Eine Mindesthaltbarkeit von 8 Monaten ist daher keine Aussage über eine höhere oder niedrigere Produktqualität. Sie beschreibt ausschließlich den Zeitraum, bis zu dem der Hersteller bei sachgerechter Lagerung die Einhaltung der festgelegten Produktspezifikationen gewährleistet.
Welche Faktoren beeinflussen die Mindesthaltbarkeit?
Unterschiedliche Hersteller können deshalb zu unterschiedlichen Mindesthaltbarkeiten gelangen. Einfluss darauf haben unter anderem:
- das Herstellungsverfahren
- die verwendeten Ausgangsstoffe und die Reinheit des Wassers
- die Verpackung und Verschlusssysteme
- die vorgesehenen Lagerbedingungen
- die Ergebnisse interner oder externer Stabilitätsbewertungen
Die Mindesthaltbarkeit ist somit eine technische Spezifikation des Herstellers und kein allgemeines Qualitätsmerkmal.
Qualitätskontrollen sind Bestandteil einer verantwortungsvollen Herstellung
Namhafte Hersteller von Kolloidalem Silber überprüfen ihre Produkte regelmäßig im Rahmen ihrer Qualitätssicherung. Je nach Unternehmen erfolgen diese Kontrollen in eigenen Laboren oder durch unabhängige, qualifizierte Prüflabore.
Dabei können unter anderem folgende Merkmale überprüft werden:
- Einhaltung der festgelegten Silberkonzentration (ppm)
- Reinheit der eingesetzten Rohstoffe
- physikalische Stabilität der kolloidalen Dispersion
- mikrobiologische Qualität, soweit erforderlich
- Übereinstimmung mit den definierten Produktspezifikationen
Regelmäßige Laboranalysen helfen dabei, eine gleichbleibende Produktqualität sicherzustellen und die Einhaltung der festgelegten Spezifikationen über die ausgewiesene Haltbarkeitsdauer hinweg nachvollziehbar zu dokumentieren.
Warum ist die Verpackung wichtig?
Neben der sorgfältigen Herstellung trägt auch die Wahl der Verpackung zur Stabilität von Kolloidalem Silber bei.
Warum wird Braunglas verwendet?
Braunglas schützt den Inhalt vor einem großen Teil der einfallenden Lichtstrahlung und wird deshalb häufig für lichtempfindliche Stoffe eingesetzt.
Gleichzeitig zeichnet sich Glas durch seine hohe chemische Beständigkeit aus. Bei Kunststoffbehältern können hingegen – abhängig von der verwendeten Kunststoffart – Wechselwirkungen mit dem Inhalt oder die Freisetzung bestimmter Stoffe auftreten.
Aus diesem Grund setzen Hersteller hochwertiger Produkte bei Kolloidalem Silber häufig auf Braunglasflaschen.
Warum Plastikflaschen für Kolloidales Silber nicht sinnvoll sind
Kunststoffbehälter (PET oder andere Plastikarten) sind für die Lagerung von Kolloidalem Silber aus verschiedenen Gründen ungeeignet:
Elektrostatische Aufladung: Kunststoff neigt zu elektrostatischen Ladungen. Da die Silberpartikel in der Dispersion durch ihre eigene elektrische Ladung auf Abstand gehalten werden, kann die Ladung der Plastikwandung diese Balance stören. Die Partikel werden an die Flaschenwand gezogen oder lagern sich zusammen (Agglomeration), wodurch die feine Verteilung verloren geht.
Wechselwirkungen und Migration: Kunststoffe sind chemisch nicht vollständig reaktionsfrei. Es besteht das Risiko, dass kleinste Bestandteile (z. B. Weichmacher oder Additive) aus dem Kunststoff in die Lösung übergehen oder Silberionen an der Kunststoffoberfläche binden.
Mangelnder Lichtschutz und Gasdurchlässigkeit: Viele Kunststoffe bieten keinen ausreichenden Schutz vor UV- und Lichteinstrahlung und besitzen eine gewisse Durchlässigkeit für Gase wie Sauerstoff, was die Stabilität der Dispersion beschleunigen beeinträchtigen kann.
Häufige Fragen
Muss Kolloidales Silber gekühlt werden?
Nein. Ein trockener, lichtgeschützter Ort bei möglichst konstanter Raumtemperatur zwischen etwa 15 °C und 25 °C ist in der Regel ausreichend.
Kann sich Kolloidales Silber im Laufe der Zeit verändern?
Ja. Licht, Wärme und Fremdstoffkontaminationen können die physikalischen Eigenschaften einer kolloidalen Dispersion beeinflussen. Deshalb sollten die empfohlenen Lagerbedingungen eingehalten werden.
Bedeutet eine längere Mindesthaltbarkeit automatisch eine höhere Qualität?
Nein. Die Mindesthaltbarkeit ist eine technische Herstellerangabe. Sie beschreibt lediglich den Zeitraum, für den die Einhaltung der definierten Produktspezifikationen unter den festgelegten Bedingungen gewährleistet wird. Allein aus der Dauer der angegebenen Mindesthaltbarkeit lässt sich kein Qualitätsunterschied ableiten.
Warum sollte man Kolloidales Silber nicht einfrieren?
Beim Einfrieren bildet Wasser Eiskristalle. Dadurch können sich die Konzentrationsverhältnisse innerhalb der Flüssigkeit lokal verändern und die gleichmäßige Verteilung der Silberpartikel beeinträchtigt werden. Einfrieren und anschließendes Auftauen sind daher keine geeigneten Lagerbedingungen für eine kolloidale Dispersion.
Welche Rolle spielt das Material des Löffels bei der Entnahme?
Für die Entnahme sollte möglichst kein Löffel aus einem reaktiven oder unedlen Metall verwendet werden. Geeigneter sind Materialien wie Glas oder geeignete Kunststoffe. Wichtig ist vor allem, eine Verunreinigung der Dispersion zu vermeiden.
Fazit
Die richtige Lagerung trägt wesentlich dazu bei, die physikalischen Eigenschaften von Kolloidalem Silber möglichst lange zu erhalten. Ein lichtgeschützter, trockener Lagerort mit möglichst konstanter Temperatur bietet dafür gute Voraussetzungen.
Eine Mindesthaltbarkeit von 8 Monaten ist keine Aussage über eine bessere oder schlechtere Qualität, sondern Teil des jeweiligen Qualitätsmanagements eines Herstellers. Entscheidend ist, dass die angegebenen Produktspezifikationen durch geeignete Stabilitätsbewertungen und regelmäßige Qualitätskontrollen nachvollziehbar abgesichert werden.
Wissenschaftliche Quellen
- ISO/TR 13014:2012 – Nanotechnologies – Guidance on physicochemical characterization of engineered nanoscale materials for toxicologic assessment.
- OECD – Series on the Safety of Manufactured Nanomaterials, Organisation for Economic Co-operation and Development.
- Levard, C., Hotze, E. M., Lowry, G. V., & Brown, G. E. (2012). Environmental Transformations of Silver Nanoparticles: Impact on Stability and Toxicity. Environmental Science & Technology, 46(13), 6900–6914.
- European Commission – Joint Research Centre (JRC). Guidance on the characterization of nanomaterials.
- ICH Q1A(R2). Stability Testing of New Drug Substances and Products. International Council for Harmonisation.
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