Partikelgröße vs. ppm: Worauf es bei Kolloidalem Silber wirklich ankommt
Wer sich mit Kolloidalem Silber beschäftigt, stößt schnell auf Angaben wie 10 ppm, 25 ppm oder 50 ppm. Viele Anwender gehen automatisch davon aus, dass eine höhere ppm-Zahl auch eine bessere Qualität oder stärkere Wirkung bedeutet.
In der Praxis greift diese Sichtweise jedoch zu kurz: Die ppm-Zahl beschreibt lediglich die Menge des enthaltenen Silbers. Sie verrät jedoch nichts darüber, wie klein oder groß die einzelnen Silberpartikel sind.
Aus physikalischer und kolloidchemischer Sicht ist die Partikelgröße der entscheidende Qualitätsfaktor. Warum das so ist und weshalb weniger ppm mit feineren Partikeln oft die wertvollere Wahl sind, erklärt dieser Ratgeber.
Die ppm-Zahl einfach erklärt
Die Abkürzung ppm steht für parts per million (Teile pro Million). Bei wässrigen Lösungen entspricht 1 mg genau 1 Milligramm Silber pro Liter Wasser (1mg).
- 10 ppm = 10 mg Silber pro Liter
- 50 ppm = 50 mg Silber pro Liter
Die ppm-Angabe ist also reine Mathematik und beschreibt das Gesamtgewicht des Silbers. Sie macht jedoch keine Aussage darüber, in wie viele einzelne Teilchen diese Silbermenge aufgeteilt ist.
Ein anschaulicher Vergleich
Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Gramm Silber. Dieses Gramm können Sie als einen einzigen festen Silberwürfel ins Wasser legen – oder Sie verarbeiten dasselbe Gramm zu Milliarden mikroskopisch kleinen Silberpartikeln.
Die Silbermenge (die ppm-Zahl) bleibt in beiden Fällen exakt dieselbe. Die physikalischen Eigenschaften und die Verteilung im Wasser könnten jedoch kaum unterschiedlicher sein.
Warum kleinere Silberpartikel im Vorteil sind
Das kleinere Partikel bei gleicher Silbermenge bevorzugt werden, hat handfeste physikalische Gründe.
1. Eine deutlich größere Gesamtoberfläche
Ein fundamentales Gesetz der Geometrie besagt: Je kleiner ein Körper ist, desto größer wird seine Oberfläche im Verhältnis zu seinem Volumen.
Werden große Silberteilchen in viele kleine Partikel zerteilt, vergrößert sich die gesamte Kontaktfläche (spezifische Oberfläche) um ein Vielfaches. Da chemische und physikalische Wechselwirkungen bei Kolloiden ausschließlich an der Oberfläche der Partikel stattfinden, bietet eine hohe Partikelanzahl mit großer Gesamtoberfläche die meiste aktive Grenzfläche.
2. Bessere Schwebefähigkeit im Wasser
Damit ein Silberkolloid stabil bleibt, müssen die Teilchen gleichmäßig in Schwebe bleiben, anstatt auf den Boden zu sinken (Sedimentation).
- Große Partikel sind schwerer und neigen dazu, schneller abzusinken.
- Ultrafeine Partikel sind so leicht, dass sie durch die Eigenbewegung der Wassermoleküle dauerhaft in Schwebe gehalten werden.
3. Schutz vor Verklumpung (Agglomeration)
Hochwertige, feine Silberpartikel tragen an ihrer Oberfläche eine feine elektrische Ladung. Da sich gleiche Ladungen abstoßen, halten die Partikel Abstand voneinander. Bei größeren oder schlecht verarbeiteten Partikeln ist diese Abstoßung oft zu schwach – sie lagern sich zusammen und bilden Verklumpungen (Agglomerate).
Die Risiken von extrem hohen ppm-Werten
Hersteller werben gelegentlich mit Werten von 50 ppm, 100 ppm oder noch mehr. Technisch lässt sich viel Silber in Wasser lösen, doch das bringt aus Qualitäts- und Stabilitätsgründen oft Nachteile mit sich:
- Erhöhte Klumpenbildung: Wenn sehr viel Silber auf engem Raum verteilt ist, rücken die Partikel näher zusammen. Die Gefahr steigt, dass sie kollidieren und zu größeren Verbänden verkleben.
- Weniger feine Partikel: Um hohe ppm-Werte stabil zu halten, entstehen bei der Herstellung häufig größere Partikelstrukturen.
- Geringere Schwebe-Stabilität: Große Partikelverbände verlieren ihre kolloidale Schwebe und sinken ab.
Eine moderate ppm-Zahl (wie 10 bis 25 ppm mit ultrafeinen, stabilen Partikeln bietet daher meist ein physikalisch deutlich besseres Gesamtsystem als ein hochdosiertes, aber grobes Produkt.
Woran Sie ein hochwertiges Silberkolloid erkennen
Achten Sie bei der Wahl eines Produkts nicht bloß auf eine möglichst hohe Zahl auf dem Etikett, sondern auf das Gesamtpaket aller Qualitätsmerkmale:
- Sehr feine Partikel: Ein Fokus des Herstellers auf Partikelgröße statt reines ppm-Marketing.
- Hochreines Wasser: Verwendung von gereinigtem Wasser (Bidestillat ) mit geringster Leitfähigkeit.
- Feinsilber-Reinheit: Einsatz von Silber mit einer Reinheit von mindestens 99,999%.
- Medizinisches Braunglas: Schutz vor Lichteinfall, da UV-Strahlung die Stabilität der Partikel beeinträchtigen kann. Kein Plastikgefäß, um Wechselwirkungen mit dem Behälter zu vermeiden.
Fazit
Lassen Sie sich bei der Auswahl nicht von bloßen ppm-Zahlen leiten. Die Konzentration sagt lediglich etwas über das Gewicht des enthaltenen Silbers aus. Für die Qualität und Stabilität einer kolloidalen Dispersion ist die Partikelgröße der eigentliche Schlüssel.
Ein hochwertiges Produkt zeichnet sich durch ultrafeine Partikel, eine große spezifische Oberfläche, hochreine Ausgangsstoffe und eine sachgerechte Abfüllung in Braunglas aus.
Wissenschaftliche Quellen
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